Teighaut – Eine Zerreißprobe | Eine Performance für den (Schönheits)wahn der Zeit
Pastry Skin | A performance for the beauty craze
Drei Individuen. Drei Frauen. Frauen im Kampf um Schönheit und Ansehen. Kämpfe mit sich selbst und der Außenwelt. Kämpfe um das letzte Stückchen Teig um sich zu verändern. Drei Individuen die zum Opfer werden.
“Teighaut” kritisiert den Wahn seinen Körper durch Schönheitsoperationen und kosmetische Mittel zu verändern. Sie erzählt vom kleinen Universum der persönlichsten Gedanken, nämlich wie man über sich selbst auf Grund von äußeren Einflüssen wie Werbung, urteilt. Außerdem erzählt sie von dem Teufelskreis des nicht mehr Aufhören – Könnens, von der Jagd nach dem perfekten Körper, nach dem perfekten (oberflächlich äußeren) Ich, von der Jagd nach Annerkennung und Liebe.
Der Teig wird zum Sinnbild für unsere verformbare Haut, einerseits durch künstliche Eingriffe, andererseits durch die natürliche Veränderung der Zeit, das Altern. Die Angst vor dem Zerfall birgt das Bröckeln der Fassade schon in sich.
Das Publikum wird zum Spiegel für die Schönheitsfanatikerinnen die sich unaufhörlich in ihm sonnen. Gibt es einen Punkt, an dem der Spiegel überfordert ist und sie aufwachen um sich selbst zu erkennen? Zerbricht am Ende der gaffende, voyeuristische, hämische Spiegel oder zerbrechen sie an ihm? Was muss passieren, dass es ein Ende gibt?
Die Performance fand am 10. Januar 2008 im Rahmen von meetmetro in der Galerie ar/ge Kunst Bozen statt.
Konzept & Choreographie Lissy Pernthaler
Mit Angelika Former und Inge Holzer
Fotografie Stefan Helling, Ivo Corrá
Video Eva Metro (Kamera), Lissy Pernthaler (Schnitt)
Körperquelle – Quellkörper | Eine Freilicht Performance für den Stadtkanal Potsdam
Bodyfont | A Open Space performance
Konzept, Regie & Choreographie Lissy Pernthaler
Mit Uta Bonz, Bert Esdohr, Katharina Lattermann, Daniel Mathke, Lissy Pernthaler, Anna Ortmann und Christian Schadler
Fotografie Frank Löschner, Marlies Schadler
Fotofilm Lissy Pernthaler (Schnitt & Soundcollage)
Mein Herz, in Stille getaucht | Eine stille Performance
My Heart dipped in silence | A silence performance
Selten ist heutzutage etwas nah an uns dran. Wir nehmen vieles wahr, aber oft nicht so bewusst wie wir könnten. Wir lassen nur wenige Dinge wirklich an uns heran. Schon gar nicht die Stille, die Ruhe, den Frieden – um und in uns. Mein herz, in Stille getaucht, nimmt sich das wörtlich zu herzen und rückt der stille ganz nahe und so braucht es nur kurze Zeit eine Herzaktivität und dann Ruhe, denn in der Stille dehnt sich alles und jeder Atemzug, jeder Herzschlag, jeder Wimpernschlag ist langsamer, weil es ausreicht. Dann können wir die Augen schließen und in uns hinein horchen.
Die Performerin liegt auf dem Boden, sie trägt eine Hose, ein T- Shirt und Schuhe. Ihre Haare sind zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie liegt da, den linken Arm unter ihrem Körper ausgestreckt, der rechte an ihrem Körper. Ihr Blick geht direkt auf ein kleines Bild, das an der Wand lehnt, sie versinkt darin. In der linken Hand hält die Performerin ein Herz, ihr Herz. Man vernimmt im Raum einen Herzschlag. 30 Sekunden lang. Dabei pumpt die Frau mit der Hand das Herz im Rhythmus der Herztöne. Nach 30 Sekunden hört der Herzschlag auf und auch die Hand bewegt das Herz nicht mehr. Sie schließt die Augen. Die Hand die das Herz hält und in Stille getaucht ist, ist mit einer fremden Schicht überzogen – die Stille, die erst kurz sichtbar zu werden scheint, wenn sie auf ihren Körper trifft. Leicht sichtbar, aber undefinierbar. Nach ca. 1 – 4 Minuten beginnt der Herzschlag von neuem für 30 Sekunden. Sie öffnet die Augen wieder, die Hand pumpt das Herz und sie schaut wieder in die Stille.
Die Performance wird im Loop beliebig oft wiederholt.
Die Performance fand am 01. Juni 2007 im Rahmen der Ausstellung “machtmalstille” in den PHB Galerien Berlin statt.
Konzept & Ausführung Lissy Pernthaler
Fotografie Peter Kasten
Intim – Ex Team | Tanzperformance für zwei Paare
Intimate – Estimate | A dance performance for 2 couples
Tanzsaal 3, Berlin | 2008
„Es braucht Zeit, um den Menschen nicht mehr zu lieben, den man nicht mehr liebt.”
Jean-Philippe Toussaint
Man sieht zwei Paare die unabhängig voneinander agieren und doch scheint es eine Verbindung zwischen allen vieren zu geben, denn immer wieder doppeln sich Bewegungen, wenn auch mit unterschiedlichen Intentionen. Es gibt eine Anziehung und ein Abstoßen, wie bei den Gezeiten. Es werden Gefühlszustände beschrieben. Es geht um Intimität zwischen Menschen und um Menschen die mal intim waren, jetzt aber kein Team mehr sind, aber nicht loslassen können.
Die Performance fand am 25. Mai 2007 im Tanzsaal 3 in Berlin statt.
Konzept & Choreographie Lissy Pernthaler
Mit Corinna S. Borchert, Can Fischer, Katharina Latterman und Susanne Weber-Lehrfeld
Fotografie Martin Dueller
Video Lissy Pernthaler
Deine Haut mit Worten | Eine lyrische Performance |
Your skin with words | A lyrical performance
Bruneck, Italien, UFO Kulturzentrum | 2007
Fünf Gedichte. Keine gewöhnliche Lesung. Eine lyrische Performance. Gedichte mit Bildern in Echtzeit verkörpert. Ein Stuhl, Gummistiefel, ein Glas mit schwarzem Wasser, sehr hohe Pumps, ein blauer, geblümter Unterrock, ein Handtuch, ein Glas hausgemachte Aprikosenmarmelade.
du rennst querfeldein
durch meinen körper.
peitschst mit deiner liebe
um dich.
bringst meine häute
zum vibrieren.
schläfst, während ich schlafe
immer wieder mit mir.
dein cello eifersüchtig neben uns.
beginnt zu knarren/quietschen.
Konzept, Gedichte & Ausführung Lissy Pernthaler
Videostills Dorothea Weis
Video Dorothea Weis (Kamera), Lissy Pernthaler (Schnitt)